Kan'onji
Hier befinden sich der 68. und 69. Tempel des Shikoku-Pilgerwegs. Wir sind aber nach Kan'onji gekommen um einen ganz besonderen Schrein zu besuchen. Takaya Jinja und vor allem Tenku-no-Torii, das Himmeltor. Und hier verspricht der Name wirklich nicht zu viel.

Vom Bahnhof Kan'onji kann man den unteren Schrein Shimomiya unter einer Stunde zu Fuß erreichen.


Der Weg verläuft vollständig auf asphaltierten Straßen in ländlicher Kulisse und erst im letzten Stück trifft man auf Steigungen. Auf dem Parkplatz des unteren Schreins finden sich auch noch Toiletten und zum Glück auch Getränkeautomaten. Die extreme Dichte von Getränkeautomaten in Japan (1 Automat per 35 Einwohner !?!), ist genau hier bei aller ökologischen Kritik höchst willkommen.





Ein Wanderpfad führt von hier knapp 3 KM den Berg herauf. Wir hatten wirklich optimale Bedingungen. Das bedeutet kein Regen (auch nicht am Vortag) und Anfang 20 Grad Celsius. So haben wir für den Aufstieg eine gute halbe Stunde gebraucht.

Dieser Aufstieg war zu Mindestens so anstrengend, dass sich nach dem letzten Abschnitt, einer schier endlosen Treppe, die leichte Euphorie eines waschechten Erfolgserlebnisses eingestellt hat.


Während uns auf dem Weg nur wenige andere Menschen begegnet sind, war der obere Schrein schon besser besucht. Das liegt daran, dass man den Berg auf der anderen Seite mit dem Auto befahren und so fast bis zum Schrein gelangen kann. Dabei dürfte die o.g. Euphorie aber ausbleiben. Ein Highlight war übrigens ein japanisches Ehepaar jenseits der 80, das aufgrund des erfolgreichen vollständigen Aufstiegs von allen Seiten beglückwünscht wurde. Bezüglich des Ausblicks auf Kan'onji und die Seto Inlandssee kann man den Bildern nichts hinzufügen.

Wer übrigens gerne bei einem Schreinbesuch Ema, Omamori etc. erwirbt, bringt am besten ein paar 1000-Yen-Scheine mit. Takaya Jinja ist i.d.R. „unbemannt“ und dafür gibt es, wer hätte es gedacht, einen Automaten. Der Abstieg war dann physisch etwas weniger anstrengend, aber mental dafür etwas mehr, denn hier muss man sich wirklich vor Fehltritten hüten. Dafür war der Ausblick umso schöner und zeigt, dass wir uns beim Aufstieg wohl doch nicht oft genug umgeschaut haben. Abschließend kann man sagen, dass wir diesen Ausflug in Alltagskleidung absolviert haben. Bei Regen oder nach einem kürzlichen Regen, wären aber sicherlich Wanderschuhe oder sogar Wanderstöcke, gerade für den Abstieg empfehlenswert.